The Pug & Me

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Sonntag, 8. Februar 2015

Über's Abnehmen, Leberkäse und den Fitness-Zwang

Heute Morgen habe ich mich gewogen. Pikantes Thema. Mache ich nicht gerne. Aber ab und zu muss man einfach mal checken, ob die Hose kneift, weil sie eingegangen ist oder weil man einfach zugenommen hat. Obwohl man sich in seinem Körper wohlfühlt und das Spiegelbild gut aussieht, kann eine Zahl dieses Gefühl ziemlich schnell verändern. Ein Kilo zu viel macht mir schlechte Laune. Dumm eigentlich, aber so ist es.
Mit 13 habe ich mir darüber noch keine Sorgen gemacht. Da war ich ein süßer kleiner Klops. Da habe ich mehr gewogen als jetzt. Da habe ich abends noch Kohlenhydrate gegessen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Ich habe Sport gemacht und mich danach mit einem Leberkäsbrötchen belohnt.
Wenn ich mir heute Urlaubsfotos von damals anschaue, frage ich mich immer wer der gruselige, blasse Pottwal da am Strand ist. Richtig, das war ich.
Ich hätte mich außerdem gerne mal in meinem niedlichen Turntrikot bei Wettkämpfen gesehen. Wie muss denn das ausgesehen haben? Fetti macht Purzelbäume auf der Bodenmatte. Fetti rennt mit hoch rotem Kopf auf den Schwebebalken zu und versagt beim Sprung auf diesen. Fetti hatte damals wahrscheinlich einen größeren Unterhaltungswert als der Musikantenstadl. Ja, ich schaue diese Sendung, aus dem einfachen Grund, dass sie so unfassbar lustig ist.
Irgendwann mit 14 habe ich verstanden, dass Snickers, Mars und wie sie alle hießen, doch nicht meine "dicksten" Freunde waren.
Ich freundete mich mit Quark und Obst an und fing an schmaler zu werden. Nach ein, zwei Jahren sah ich dann so aus wie ich mir wünschte auszusehen. Größe 36, keine aneinander reibende Oberschenkel mehr und am Strand unauffällig normal wirkend, ebenso am Buffet. (Ich war jetzt nicht mehr immer die Erste.) Ich konnte mir Hosen kaufen die nicht gekürzt werden mussten. Was für ein Erfolg.
Doch in alle Klamotten bei Zara reinzupassen, reichte mir irgendwann nicht mehr. Ich wollte Crop-Tops tragen und am Strand nicht nur unauffällig sein, sondern durch meinen gestählten Bauch auffallen. Anmeldung Fitnessstudio. Cardio, Bauchmuskeln, Pumpen und dann möglichst nach 2 Monaten aussehen wie ein Victoria Secret Model. Lustige Vorstellung. Zur Auflösung: Das hat natürlich nicht geklappt.
Inzwischen gehe ich immer noch ins Fitness-Studio, aber mit einer anderen Intention. Sport gibt mir das Gefühl gesund zu sein, meinem Körper etwas gutes zu tun und mein Gewicht einigermaßen zu halten. Außerdem gehört Mukkibude, genauso wie UGG Boots und Starbucks Latte, zum "Perfect Girl Starter Kit".
Wenn man mich im Sportstudio irgendwo trifft, dann meistens bei den pumpenden Kerlen, gaffend und sabbernd, der Frage nachgehend wie die so große Oberarme bekommen haben. (Der eigentliche Grund, weshalb ich ins Fit gehe.) #stalkstattwalk
Zum eigentlichen Sport komme ich selten. Der Weg dorthin zählt schließlich auch zum Trainingsplan und die Strecke verlangt mir schon genug ab. Meine Sporttasche ist so schwer, dass ich mir das pumpen spare. Hinweg links, Rückweg rechts tragen. Auf diese Weise werden dann auch beide Arme gleichmäßig muskelbehaftet.
Mit meinem Leben fühle ich mich inzwischen ziemlich wohl. Es hat sich rausgestellt, dass meine Hosen bis jetzt immer nur eingegangen sind. #trocknertrollt
Die Welt ist für mich in Ordnung.
Wie ich bei der ersten Folge Bachelor gemerkt habe, könnte ich mich ohne Bedenken hinter den Leuten einreihen, die so stolz auf sich sind, weil sie früher dick waren und heute Größe S tragen können. Aber nur, wenn die Sachen groß ausfallen.
Und wenn man doch mal wieder denkt, dass der Trockner diesmal nicht an einem Desaster schuld ist, Kopf hoch. Manchmal hilft schon ein guter Spaziergang. Und wenn man all die Defizite unterhalb des Halses schon nicht ausgleichen kann, so lässt sich oberhalb des Halses wenigstens mit ein bisschen Makeup am geplegten Aussehen schmummeln. Wir müssen nicht perfekt sein. Aber ein bisschen Eitelkeit hat noch niemandem geschadet.










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