The Pug & Me

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Dienstag, 20. Januar 2015

Gemeinsam einsam bei Vapiano

Wer mich ein bisschen näher kennt, weiß, dass ich 5 Monate meines Lebens  in Süditalien verbracht habe. Nach dem Abitur hat man sowieso nicht zu tun, möchte am liebsten Popstar werden, als zu studieren. Jobben in Deutschland ist überhaupt keine Option, denn da scheint eh nie die Sonne. Außerdem will man die so genannte Lebenserfahrung sammeln von der alle immer reden, weshalb man beschließt ins Ausland zu gehen. In Italien habe ich hauptsächlich Kilos gesammelt. Lebenserfahrung auch.


Woher die Kilos kamen
Es ist kein Gerücht, dass italienische Pizza einfach um Welten besser ist als jede andere. Das spiegelt sich auch auf der Waage wieder. Für ungefähr 1,50€ kriegt man das gigantomatischste, wohlschmeckendste Stück Margherita. Ich war süchtig danach. Ich erinnere mich gerne an unsere Pizza Fressorgien zurück.
Zurück in Deutschland gab es für mich nur eine Frage, wie komme ich an meine Droge?
Und dann, nach einer Woche kaltem Pizzaentzug  fand ich den Dealer meines Vertrauens. Er stand in leuchtend roter Schrift vor mir. „VAPIANO“
Die Pizza dort ist genauso wie ich sie mag. 1/3 knusprig, dünner Teig  und 2/3 Käse. Das Verhältnis muss stimmen. Wenn ich schon Low Carb lebe, dann will ich wenigstens viel Käse drauf. Das sind schließlich keine Kohlenhydrate. Fett darf ich essen. Ein bisschen Spaß muss schließlich sein. Punkt.
Aber ich schwöre euch, bis man diesen Leckerbissen vor sich auf dem Teller hat muss man tapfer sein und kämpfen.
Da ich inzwischen keine Vapiano-Jungfrau mehr bin und weiß wie man sich richtig verhält, um schnell zum Ziel zu kommen, ist das alles kein Problem mehr.
Erst muss man sich entscheiden zwischen Pizza, Pasta und Antipasti + Salate. Dann stellt man sich am jeweiligen Terminal an. Pasta, nein danke, dauert Ewigkeiten. Eben passend zu deren Slogan: Chi va piano, va sano e va lontano." („Gut Ding will Weile haben. Wer langsam geht, kommt auch ins Ziel.") In der Zeit war ich einkaufen, bin nach Hause gefahren und habe mir die Pasta selbst zubereitet. Antipasti und Salat auch nicht, ist zu gesund. Wenn ich schon essen gehe und Geld bezahle, dann will ich auch Kalorien auf meinem Teller. Lohnt sich ja sonst nicht.
Also Pizza. Vorteil: Geht schnell und ist semi-gesund. Ist schließlich Tomate drauf und Tomaten sind Gemüse!
Ich muss zugeben, dass ich ein Angeber bin. Deshalb suche ich mir auch immer die am schwersten auszusprechende Pizza aus. Nicht weil die besonders lecker ist, sondern weil ich allen meine tolle italienische Aussprache unter die Nase reiben will. Vorne angekommen sage ich also Folgendes: „Una quattro formaggi.“ Die Reaktion darauf ist meist offensichtliche Verwirrung. „Wie bitte, kwatro fomatschi? Haben wir nicht.“ „Oh, dann nehme ich Prosciutto e Funghi.“ Klingt auch gut. Pager in die Hand, zurück an den Platz -wenn man denn Einen hat- und warten bis man aufgerufen wird seine Pizza abzuholen. So einfach ist das „Vapiano-Help-Yourself-Prinzip“.
Alleine bei Vapiano was zu essen ist super, zu zweit auch noch. Ab drei Personen wird es problematisch. Warum?
  1. Jemand muss einen Platz reservieren, und diesen mit allem was er hat verteidigen (schwarzer Gürtel in Karate ist Grundvoraussetzung).
  2. Der Rest holt essen, natürlich bunt gemischt: Pizza, Pasta und Salate. Alle das Gleiche ist langweilig.
  3. Die Leute kehren zu unterschiedlichen Zeiten zum Tisch zurück.
  4. Allen voran die Pizza.
  5. Man schreibt über Whatsapp: „Fang ruhig mit deiner Pizza an, sonst wird die kalt. Liebe Grüße aus der Pasta-Schlange. PS: Ich hab Hunger und schwitze mir in meiner Winterjacke einen Wolf.“
  6. Die Pizza ist halbleer, wenn der Salat kommt und komplett leer, wenn die Nudeln am Tisch aufkreuzen

Ein Besuch beim Systemgastro-Italiener sollte gut geplant sein. Alleine oder zu zweit? Immer wieder gerne. Als Gruppe sollte man sich aber überlegen, ob man nicht einfach vorne an der Kasse stehen bleibt, sich das Platzgesuche spart und seinen Hunger mit den süßen, kleinen Gummibärchen stillt, die dort immer so artig rumstehen. Davon wird man schließlich auch satt und das ganz und gar gratis.Großartig!










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