The Pug & Me

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Sonntag, 18. Januar 2015

About how much i love clubbing (not)

Also meine Lieblingsbeschäftigung ist ja shoppen. Immerhin bin ich ein Mädchen. Trotzdem plagt mich danach des Öfteren mein schlechtes Gewissen, weil ich das Geld doch hätte besser investieren können. Etwa in Bücher oder hochwertiges Bio-Essen. Aber ich habe inzwischen eine Taktik entwickelt um mein schlechtes Gewissen auszuknipsen. Diese Taktik sieht wie folgt aus:
Ich sage mir einfach, dass dieses Kleidungsstück unabdinglich ist. Ich brauche dieses Shirt, weil ich einen Oberkörper habe oder ich brauche diese Handschuhe, weil ich Hände habe. Die beste Ausrede ist aber immer noch, ich brauche dieses Kleid für Freitag Abend. Gekauft!
Auf der einen Seite liebe ich Freitage, weil sie mir eine stattliche Summe an Klamotten eingespielt haben. Andererseits sind sie total überbewertet.
Man kann ab Mittwoch mit der Frage rechnen, was man denn am Wochenende so macht. Hat wahrscheinlich Knigge so festgelegt. In meinem Kopf denke ich mir dann immer so: "Freitag, keine Ahnung, Couch und ich, Chips, Schokolade, Primetime, aber raus gehen? Nee, nicht so Bock."
Mein Ego sagt allerdings Folgendes: "Freitag? Ja, da gehe ich erst zu Douglas und lasse mich schminken, dann schmeiße ich mich in mein neues Outfit (extra dafür gekauft natürlich), um dann top gestylt in einer Bar was trinken zu gehen. Anschließend dann in 'nen Club, aber in einen Coolen."
Das ist meine Vorstellung eines Vorzeigefreitags wie er im Bilderbuch steht. Meine Umwelt gibt mir das Gefühl, man müsse das so machen. Das Freitag-Abend-Party-Girl-Kit.
Dieser ganze "Ich-muss-Freitagabends-unbedingt-was-erleben"-Blödsinn ist einfach kompletter Käse.
Das fängt ja schon bei den Uhrzeiten an.
Bis vor Kurzem fand ich es immer noch lächerlich, wenn meine Mutter kritisierte, dass wir erst um 23.00 Uhr in den Club losgingen. Das war aber ein Club in einer Kleinstadt. In Frankfurt habe ich gelernt, geht man erst so um 1.00 Uhr. Das habe ich meiner Mutter dann nicht erzählt, die fällt sonst völlig vom Glauben ab.
Jetzt merke ich langsam: Wie bescheuert ist das denn bitte?

Die Club Norm:
Man muss sich bis 1.00 Uhr wach halten, hat dann eigentlich gar kein Bock mehr, weil man schon seit 21.00 Uhr Frozen Daiquiris säuft und viel zu angetrunken ist, um noch anmutig über die Tanzfläche schweben zu können. Aber man muss ja vortrinken, weil die Preise in den Clubs verbraucherdiskriminierend sind. Bleiben muss man dann auch mindestens 3 Stunden, es wurde schließlich Eintritt bezahlt! Die Musik ist meistens eine schöngesoffene Mischung dem Best-of-2014 und sphärischer Elektroklänge und Techno, aber zweiteren Musikstil verstehe ich einfach nicht. Liegt vielleicht daran, dass es keinen Text gibt? Aber wenn man schon mal da ist, muss man auch was daraus machen. Man tanzt also zu Musik, auf die man nicht tanzen kann, verdurstet, weil Vodka zu teuer ist und lässt sich von widerlichen Typen anmachen. Bei versuchten Unterhaltungen ist der Speichelaustausch größer als der Informationsaustausch, weil man sich gegenseitig in Dezibelregionen anbrüllt, für die der menschliche Körper weder zum Aussenden noch zum Empfangen geschaffen ist. Beide Parteien trennen sich nach solchen Unterhaltungen meist demütig im einvernehmlichen Kopfnicken inklusive bejahendem Lächeln, da keiner verstanden hat, was der andere eigentlich verdammt nochmal von ihm wollte. Was für ein großartiger Spaß.
Ab 4.00 Uhr tun dann die Füße weh. Aber High Heels sehen nun mal schön aus. Das hält man dann noch durch. Wer schön sein will, muss bekanntlich leiden.
Um 5.00 Uhr kann man dann endlich vorsichtig fragen, wie es mit nach Hause gehen aussieht, ohne schief angeschaut zu werden.
Nachtbus fahre ich nicht. Ich bin ein Angsthase. Deshalb nehme ich das Taxi und zahle circa 25.00 € um sicher zu Hause anzukommen. Schminke runter, ab ins Bett.
Der Samstag ist meist ziemlich träge und der Schlafrhythmus total im Eimer, schlecht ist einem meistens auch. Der Sonne gehe ich auf Grund von Kopfschmerzen aus dem Weg, anderen Menschen sowieso.
Und das alles, wo ich doch mit zarten 16 noch gerne in Discos ging!
Vielleicht ist es passiert und ich bin alt geworden. Schwupdiwup. Womöglich ist es eine Renaissance der Pubertät in der ich nicht meine Eltern hasse, sondern es diesmal auf Zappelschuppen abgesehen habe.
Man weiß es nicht. Ich bleibe gespannt.
Und für alle die jetzt denken, ich bin der größte Spießer überhaupt, mag sein. Aber Freitag widme ich mich lieber Menschen, mit denen ich wirklich zusammen sein will, trinke Cocktails zu angemessenen Preisen an einem schönen Ort, wo ich mich sogar unterhalten kann, die Leute kenne und vor ein Uhr auftauchen kann.

Eine Regel habe ich dann aber doch noch. Komm an einem Freitag Abend niemals vor deinen Eltern Heim. Das ist wirklich uncool und womöglich der verlässlichste Indikator für dein fortgeschrittenes Alter. 

 

Glückliches Freitags-Shopping










Kommentare:

  1. schöner blog verdient schönen kommentar, süüüß :)

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  2. TRUE STORY! eigentlich frag ich mich warum ich mir das ganze noch antue. im endeffekt sitzt du doch eh nur entnervt deine zeit ab. letzten freitag war auch sone sache: zuerst ein bisschen chillen, in bars (dachten wir zumindest - allerdings war alles so überfüllt das wir erst beim 3. glück hatten). dann mal überteuerte noch dazu schlecht gemischte cocktails. irgendwann um 1 dann richtung partymeile. blöd nur das wir die nicht richtig finden konnten. irgendwie war alles zu die 3 clubs die wir fanden waren 21+ und wir standen im nirgendwo. da nachhause gehn ja inakzeptabel war liefen - ja LIEFEN - wir zu ner party am anderen ende der stadt. um 2-3 angekommen bezahlten wir 10€ eintritt, und verkrümelten uns richtung sitzbereich. kaum ne halbe stunde später war die stimmung so down das wir wieder nach hause gingen. well, fazit: 50€ leichter, mind. 5-geh-km (mein sport) mehr auf dem konto und ein samstag am badezimmerfußboden.
    es lebe die party!

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